Heilpflanzen Porträts

Heckenrose

Rosa canina L.

Die Heckenrose steht als Signatur für das Leben mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten. Die wohlduftenden, hellrosafarbenen Blüten symbolisieren die glücklichen Momente unseres Daseins, während die Dornen die stacheligen Phasen innerhalb der irdischen Existenz charakterisieren. Als Sonnenblütenexponat verleiht uns die
Heckenrose die Kraft, schwierige Schmerzzustände im Duft der Flor aufzulösen und zu überwinden. Die magische Blüte mit ihrer einzigartigen Ausstrahlung gehört zu den sogenannten Frohnaturen im Pflanzenreich und ist mit ihrer feinstofflichen Schwingung imstande, Betrübte, Bedrückte, Geknickte, Desorientierte, Schmerzgeplagte und Verzweifelte wiederaufzurichten.


Silberweide

Salix alba L. 

Die Silberweide mit ihren elastischen, biegsamen Zweigen die zu Flechtwerk verarbeitet werden, versinnbildlicht die Fähigkeit der Auflösung und Befriedigung von erstarrten und verbitterten Gefühlen die infolge langwierigen Schmerzzuständen in Erscheinung treten. Sie steht als Signatur für Mobilität und Flexibilität bei angespannten, schmerzempfindlichen Befindlichkeitsstörungen. Als Baum mit wässrigem Standort hat sie die Kraft das «brennende Feuer» des Schmerzes zu löschen. 


Johanniskraut 

Hypericum perforatum L. 

Man kennt das Johanniskraut als Lichtpflanze ersten Ranges, die in ihren Hypericin-Sammelstellen auf der Unterseite der Blätter das Sonnenlicht speichern kann. Die Blütenessenz ist voll getränkt mit der strahlenden Helligkeit des leuchtenden Himmelskörpers und bringt depressive Schmerzgeplagte mit empfindlichen Stimmungsschwankungen wieder auf die Beine. Ausserdem ist sie imstande, Stiche des Lebens bei Menschen mit übersensitivem Nervensystem zu kurieren. 


Weinraute 

Ruta graveolens

Ruta graveolens ist eine botanische Kuriosität. Die zuerst aufgehende Zentralblüte der Trugdolde, die dem Mittelstängel entspringt, besitzt 5 Blütenblätter – alle anderen, etwas später erscheinenden Blüten weisen 4 Petalen (Florblätter) auf. 

Das mehrjährige, 50 bis 70 cm hohe Rautengewächs (Rutacea) blüht von Juli bis August und ist im Mittelmeergebiet heimisch. Im nördlichen Europa wird es in Kräutergärten angebaut. Für die Herstellung der Trifloris-Blütenessenz haben wir die Pflanze an einem Wildstandort auf der Insel Elba eingesammelt.

Es handelt sich bei der Weinraute um eine aussergewöhnliche Pflanze. Sie strahlt mit Ihrer Blütenpracht etwas Empfindsames und Feinfühliges aus. Laut Signaturenlehre passt sie zu äusserst sensitiven Menschenkonstitutionen, die sehr dünnhäutig und schmerzempfindlich sind und ein entkräftetes Nervenkostüm haben. Bei Verletzungen physischer wie psychischer Art reagieren sie schnell mit Zerschlagenheit und Hinfälligkeit.


Wallwurz 

Symphytum

Die Wallwurz ist ein Gleitmittel für die Gelenke, das als Synovialflüssigkeit oder Gelenkschmiere (bestehend aus Hyaluronsäure, Eiweiss, Schwefel und Glucosaminglykane) von der Membrana synovialis auf der Innenschicht der Gelenkskapsel in Form eines Gleitfilms gebildet wird. Sie dient zur Ernährung (Trophik) des Gelenkknorpels, zur Schmierung der Gelenkoberflächen und zur Stossdämpfung bei körperlicher Belastung. Das Knorpelgewebe der Synovia wird dadurch „durchsaftet“, was nicht nur bei der Abnützung (Degeneration) der Gelenke (Arthrose), sondern auch bei Verletzung, Entzündung und Versteifung der Gelenke von grösster Wichtigkeit ist. Wird die Wallwurz als energetisierte Arznei innerlich verabreicht, vermehrt sich die Produktion der synovialen Gelenksflüssigkeit (Gelenkhydrops), was sich positiv bei ausgiebigen Wanderungen, Jogging, aktivem Sport und körperlichen Überlastungen auswirkt.

Die Heilpflanze festigt zudem auch das Knorpelgewebe (Cartilago), damit seine Stützbelastbarkeit biegungselastisch erhalten bleibt. Die Bildung der speziellen Knorpelzellen wird durch die Synthese von Chondrozyten (Interzellarsubstanz) in Gang gesetzt. 


Stockmalve 

Alcea rosea

 Gemäss wissenschaftlichen Analysen beinhalten die Blüten der Stockmalve einen beträchtlichen Anteil an Schleimstoffen, nebst ätherischem Öl, Gerbstoffen, Phytosterin und dem Farbstoff Malvidin. Dieses Wirkstoffgefüge bildet auf den menschlichen Schleimhäuten einen abschirmenden und bewahrenden Schutzmantel. Fremdkörper wie Pollen und Krankheitserreger, die sich auf diesem sensitiven Bezirk festsetzen wollen, werden abgewehrt und in ihrer schädlichen Reizwirkung neutralisiert. Neuste Untersuchungen und praktische Anwendungen bestätigen die exorbitante Wirkkraft auf die Schutzschicht (Tunica mucosa), die die Hohlorgane (Nase, Rachen, Bronchien) des Atemtraktes und die Bindehaut der Augen auskleidet. 


Bärlauch

Allium ursinum

 Sobald der Bärlauch im zeitigen Frühjahr aus dem Boden spriesst, erfreut er uns nach wenigen Wochen mit seinen abertausend schneeweissen Blütensternen. Möchten wir seine Signatur entziffern, rät uns Paracelsus «sich nicht allein auf leere Bücherweisheiten zu konzentrieren, sondern die Heilpflanzen auch mit intuitiver Begabung wahrzunehmen». Dadurch können die „Tugenden“ der Kräuter als Sprache der Natur verstanden werden. 

Die Signatur des Bärlauchs steht dem botanisch neu definierten Lauchgewächs (früher Liliengewächs) deutlich im Gesicht geschrieben. Es sind die schneeweissen, sternförmigen Bärlauchblüten, die uns jedes Jahr erneut ins Staunen versetzen. Kaum zu glauben, dass sich ein solch naturreines, fleckenloses, blitzblankes Gebilde aus einem derart schmutzigen, unansehnlichen Waldboden mit vermoderndem Laub des vergangenen Jahres entwickeln kann. Sobald im Frühjahr die ersten warmen Sonnenstrahlen die Säulenhallen der Bäume durchscheinen, drängt sich das aparte Gewächs ungetrübt durch die muffig garstige Humusschicht hindurch und leuchtet uns als Attribut der Reinheit und Makellosigkeit entgegen.